Wenn der Regen kurz den Takt angibt
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Nadine
Nadine
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Wenn der Regen kurz den Takt angibt

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Noch eben Sonne, Stimmen, Bewegung auf dem Platz und dann dieser Wechsel. Ein paar dunkle Wolken reichen und plötzlich verändert sich alles. Nicht laut. Eher wie ein kurzer Atemzug, den der Himmel einmal zu tief nimmt.

Und dann kommt er. Der Regen.


Er prasselt, läuft, rauscht und nimmt für einen Moment die Regie.

Für kurze Zeit wird alles kleiner. Wege verschwinden unter Wasser, Gespräche werden kürzer, Schritte schneller. Und jeder weiß: Jetzt macht der Himmel ernst.
So schnell er beginnt, so schnell ist er manchmal auch wieder vorbei.

Stille.

Die Sonne bricht durch, als hätte sie sich verspätet. Der Platz dampft. Wege steigen leicht in die Luft, als würden sie kurz erzählen wollen, was gerade passiert ist.

Dann passiert etwas, das man nur auf Campingplätzen so sieht:

Kinder sind die Ersten.

Pfützen werden geprüft, neu entdeckt, offiziell für „bespielbar“ erklärt. Barfuß, in Gummistiefeln oder in genau den Schuhen, die eigentlich trocken bleiben sollten. Alles ist richtig. Nichts ist wichtig genug, um aufzuhalten.

Die Erwachsenen brauchen einen Moment länger.

Ein Blick in den Himmel, ein kurzes Abwägen, dann dieses kleine Einverständnis: Es ist wieder gut.

Der Platz füllt sich neu


Doch es gibt auch die anderen Tage.


Die, an denen der Regen bleibt. Hartnäckig, als hätte er selbst keinen Kalender. 

Jeder Anreiseweg wird zur kleinen Mission, jeder freie Fleck zur Kostbarkeit.
Und trotzdem entsteht auch dann etwas Eigenes. Ein anderes Tempo. Weniger Programm, mehr Zusammensein. Gespräche unter Planen, Kinder in Regenjacken, Erwachsene mit diesem „na gut, dann eben so“-Blick.

Irgendwann fällt dieser eine Satz, halb scherzend, halb hoffend:
Wer im Regen ankommt, wird mit Sonne belohnt.

Meist stimmt er.
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